Herbe Enttäuschung

29. September 2008

Neulich hat mich eine Brasilianerin gefragt, ob ich das Rezept für „Deutsche Torte“ habe. Leider musste ich ihr mitteilen, dass ich Deutsche Torte erst hier kennengelernt habe und noch nie in Deutschland gesehen habe. In diesem Zuge habe ich ihr auch erklärt, dass „Schweizer Limonade“ (auf Limonenbasis) nicht aus der Schweiz kommt. Manchmal müssen Illusionen eben der Realität weichen….

Finanzmarktkrise

29. September 2008

Damit ich nicht immer im Kopf rechnen muss hab ich auf meinem Dektop immer den aktuellen Wechselkurs zwischen Euro und bras. Reais angezeigt. In den letzten Wochen hat sich der Kurs rasant zu meinen Gunsten verbessert. (Davon habe ich natürlich nur etwas, wenn ich grade in einem günstigen Moment Geld abhebe.)

Der Nebeneffekt ist, dass die Zahlen auf meinem Bildschirm wie ein Fieberthermometer sind. Momantan bekomme ich soviel Reais für einen Euro wie die letzten Wochen meines Aufenthaltes noch nicht (Ende August: 1 EUR = 2,4 B$, jetzt: 1 EUR = 2.85 B$, dass sind ca. 20% Differenz!!!). Das heißt, mein „Wechselkurs-Fieberthermometer“ zeigte plötzlich sehr hohe Temperaturen an. Da brauche ich nicht mehr die Nachrichten lesen: Schöner Gruß von der Intenationalen Finanzmarktkrise!

Urlaub!!!

26. September 2008

Meine letzten Tage an der Uni sind nochmal richtig anstrengend (also genauso wie die letzten Wochen). Deswegen freue ich mich immer mehr auch Angie und unseren gemeinsamen Urlaub, den ich versuche „so nebenbei“ zu organisieren. Ich brauch langsam wirklich Entspannung….

Der heutige Tag leitet das letzte Wochenende ohne meinen Mann ein. Heute Abend bin ich zum Essen bei einer sehr netten Familie eingeladen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Rätsel

23. September 2008

Was stimmt an diesem Bild nicht?

Richtig. Schal und Jacke sind eigentlich fehl am Platz.

Gestern habe ich eine Email an die VHS in Eppingen geschrieben, dass ich erst ein paar Wochen später zu dem gebuchten Sportkurs kommen werde, weil ich noch in Brasilien bin. Die Antwort: „…wir werden Sie alle beneiden, denn in Deutschland regnet es mal wieder und es ist schrecklich kalt.“

Anbaggerei

22. September 2008

Ich weiß nicht, was gestern los war, aber ich konnte nicht in Ruhe ins Zentrum fahren. Ich war nicht einmal besonders angezogen oder geschminkt. Ich vermute, es könnte daran liegen, dass die Sonne gestern nach mehreren Tagen endlich ein bisschen schien. Mein Fazit: viel gehupe, ein Kerl, den ich schrecklich blamiert habe und eine CD.

Kerl Nr. 1 wollte nach einem kurzen Smalltalk auf Englisch meine Telefonnummer haben. Ich hab gesagt, dass mein Mann darüber wohl nicht so glücklich wäre. Dann musste ich aussteigen. Ich verstehe allerdings genug Portugiesisch um mitzubekommen, dass anscheinend alle Brasilianer, die mein Englisch verstanden haben ihren Freunden erzählt haben, was ich gesagt hatte. Das hat offensichtlich die Leute mehr als nur ein bisschen erheitert. Armer Kerl, ein ganzer Bus hat über ihn gelacht.

Kerl Nr. 2 hat es auch mit Smalltalk versucht. Zu seinem Pech auf Portugiesisch. Die eine Hälfte habe ich nicht verstanden, die andere wollte ich nicht verstehen (Wo wohnst du? – Ich verstehe nicht…). Jedenfalls hat er mir die Demo-CD seiner Band in die Hand gedrückt. Darauf steht zufällig seine Telefonnummer…. Hab mir die CD aber noch nicht angehört.

Schon wieder Wochenende

19. September 2008

Die Zeit vergeht rasend schnell und schon wieder steht das Wochenende vor der Tür. Und, Überraschung, es soll schon wieder regnen.

Wenn ich nicht wieder versetzt werde, (vgl. letztes Wochenende) werde ich Curitiba unsicher machen. Es ist nur nicht so einfach, hier etwas zu finden, das man machen kann wenn es regnet. Die Brasilianer gehen dann in die Shoppingcentres, die es hier zu Hauf gibt. Die meisten sind auch am Wochenende geöffnet.

Na denne, bis nächste Woche!

Tag für Tag

18. September 2008

Im Moment vergeht die Zeit ziemlich gleichförmig. Ich arbeite an der Uni, geh nach Hause, erledige ein bisschen Kram (einkaufen, Wäsche…), lese ein bisschen, schau mir einen Film an und geh schlafen. Dabei vergeht die Zeit erstaunlich schnell, auch wenn eigentlich nichts Neues passiert (abgesehen von den „normalen“ Herausvorderungen eines anderen Kontinentes). Die nächsten Tage bin ich allerdings erstaunlich stark ausgebucht, habe bis einschließlich Sonntag jeden Tag was mit Brasilianern geplant! Dabei zähle ich im Hinterkopf trotzdem immer die Tage, bis Angie kommt. Ich freu mich immer mehr auf ihn und die Zeit mit ihm.

Welcome home….

15. September 2008

Gestern hab ich eine christliche Gemeinde hier in Curitiba besucht. Die Adresse hatte ich von einem Freund aus Deutschland, der einige Zeit hier gelebt hat. Ich habe mich sehr schnell heimisch gefühlt. Alle anderen Jesusfreaks werden verstehen warum, wenn sie folgendes Zitat eines Gemeindemitgliedes lesen:

„Früher waren wir hauptsächlich Leute, die Metal hörten, aber heute gibt es viele Teens, die sind so, hm…. Weißt du was Emo ist?“

Ich hab mich nur gefreut. Es ist schön, dass es auch am anderen Ende der Welt Leute gibt, mit denen man gleich auf einer Wellenläge ist! Die Leute kennen die Jesusfreaks aus Deutschland. Irritierend fanden sie nur (wie viele Deutsche auch), dass ich so „normal“ aussehe, keine Piercings, keine Tatoos.

Ps.: meine anderen Veranredungen für dieses Wochenende haben mich übrigens alle versetzt. Grummel!

Wochenende im Anmarsch

12. September 2008

Es ist Freitag Nachmittag und ich versuche den Zeitpunkt hinaus zu zögern an dem ich nach Hause gehe. Die Wochenenden sind für mich meistens ein bisschen hart. Ich fühle mich sehr einsam (kein Internet, kein Skype-> kein Kontakt nach Hause) und kann mich nicht so gut mir Arbeit ablenken. Ich versuche, möglichst für jeden Tag eine Verabredung zu haben, damit ich unter Leute komme und auch etwas von dem Land kennelerne. Leider ist wieder schlechtes Wetter angesagt, dann kann man nicht so gute Ausflüge machen. Morgen soll es sehr kalt und nass werden. Ich glaub ich geh in ein Shopping Centre, da ist es winigstens trocken und warm (im Gegensatz zu meinem Zimmer). Abends ist dann Party angesagt. Am Wochenende kann man auch immer gut Postkarten schreiben… Sehr gut ist auch, dass Freunde mir eine Gitarre ausgeliehen haben. Jetzt muss ich üben, nach Gehör zu stimmen. das klappt eigentlich ganz gut. Wegen der Temperatur- und Feuchteschwankungen darf ich sehr oft üben (Für nicht-Insider: Das Holz von Gitarren reagiert auf Wetterschwankungen.).

Also, bis nächste Woche wieder!

Kaffee-Kompliment

11. September 2008

Eins muss man Brasilien lassen. Egal, wo ich bisher Kaffee getrunken habe, er war immer hervorragend.